Beim Planen einer Männerarbeit sollte man nicht nur Ziele festlegen, sondern parallel dazu auch die Zielgruppe(n). Es hilft erfahrungsgemäß wenig, wenn zwei engagierte Männer eine Männerarbeit strukturiert und sinnvoll planen, nur leider keiner teilnehmen will. Nicht jeder Mann in der Gemeinde wird sich für Männerarbeit interessieren. Das muss man zur Kenntnis nehmen, und dafür kann es unterschiedliche Gründe geben:

In der Gemeinde gibt es so viele Aktivitäten, dass derzeit kein Platz für eine weitere Veranstaltung ist.

Männerarbeit ist noch nicht immer eine so selbstverständliche Angelegenheit wie Frauen-, Jugend- oder Seniorenarbeit.

Etliche Männer halten solche Männerzusammenkünfte für ,,unmännlich", also für ein Signal von Schwache.

Daraus folgt, dass man in einer Gemeinde mit 80 Männern nicht gleich mit zwanzig Teilnehmern in der Männergruppe rechnen darf. Realistisch sind eher 10% (also acht). Es geht nicht nur um große Zahlen. Nicht nur die Quantität, auch die Qualität zahlt. Wer kommt eigentlich regelmäßig zu Männerveranstaltungen? Es sind die Männer, die zeitlich (noch) Luft haben oder ein besonderes Bedürfnis an der Teilnahme verspüren. Dazu gehören oft Singles oder Rentner. Beim Aufbau einer Männerarbeit sollte man also rechtzeitig seine Zielgruppen identifizieren und nicht die nüchterne Analyse vergessen, ob die jeweilige Zielgruppe eigentlich willens oder fähig zur Teilnahme ist. Hier ist Flexibilität aus dem Hören auf Gott heraus gefragt. Es gibt nicht wenige Gruppen, wo die treuesten Teilnehmer sozial am Rande stehende Männer mit gebrochenen Lebensläufen sind.

Männerarbeit in Bayern will Männer lebendig machen. Denn nichts braucht Bayern und brauchen die bayerischen Gemeinden mehr, als lebendige Männer.

 

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